Das Geheimnis des Münchner Bettenhimmels

Die Chefin des Münchner Hotels „Bayerischer Hof“ über schlafende Rockstars, neues Design und gute Betten

Filmstars wohnen hier, natürlich. Operndiven, Herren des Hochadels und Geschäftsleute aus aller Welt. Die Münchner Jugend trifft sich in den Bars des Hauses zum Flirten und Feiern - und im Winter sieht das „Hotel Bayerischer Hof“ inmitten der Lichterdekoration aus wie einem Bilderbuch über Deutschland entsprungen. Die historischen Mauern im Herzen der Altstadt könnten unendliche Geschichten für eine noch zu schreibende Netflix-Serie unter weiß-blauem Himmel erzählen.

„Die Besonderheit unseres Hauses ist die Bewahrung der Tradition in Kombination mit neuen zeitgenössischen Elementen“, sagt Hotelchefin Innegrit Volkhardt, die das seit 1897 von ihrer Familie geführte Haus in vierter Generation leitet. „Das Motto meines Vaters war: Niemand sollte das Hotel verlassen müssen, der „Bayerische Hof“ sollte vielmehr eine kleine Stadt in der großen Stadt sein und alles davon widerspiegeln, aber auch den perfekten Rückzugsort bieten, um Kraft und Energie zu tanken.“ Ein Hotel ist tatsächlich seit Generationen auch für Einheimische eine Attraktion der Luxusklasse, Kantine der Reichen und Schönen, Bühne für Bälle oder romantisches Hideaway. „Wir freuen uns sehr, dass viele Münchner Gäste in unseren fünf Restaurants sind, in der „Komödie“ Bühnenstücke sehen, das Spa oder Kino besuchen - das sind fast 90 Prozent Einheimische“, sagt die Hotelchefin. Die selbstverständliche Anwesenheit der Münchner Gesellschaft schätzen auch Hotelgäste, weil sie so Gefühl haben, Teil einer authentischen lokalen Community zu sein statt reine Touristen. Die meisten Hotelgäste kommen aus Deutschland und Amerika, hinzu kommen Kunden aus Russland und den arabischen Ländern, allmählich steigt auch die Zahl an chinesischen Gästen.

Hotel als Design-Bühne

„Einerseits ist der Mensch nun mal ein Gewohnheitstier, aber gerade in der Hotellerie und Gastronomie erwartet er öfter etwas Neues. Deshalb ist Veränderung notwendig, um den Gast immer wieder zu überraschen, ihm zu zeigen, dass wir am Puls der Zeit oder ihm sogar voraus sind“, ist die Unternehmerin überzeugt, die in Deutschland als Vorbildmanagerin gilt. So engagierte das Haus 2005 die Design-Legende Andrée Putman für die Gestaltung des Spas, und seit 2009 arbeitet Innegrit Volkhardt mit dem belgischen Einrichtungs-Star Axel Vervoordt zusammen, der die beiden Restaurants „Garden“ und „Atelier“ einrichtete und die Palaishalle neu gestaltete. Aktuell ist die Verschönerung der Konferenzräume im Palais Montgelas abgeschlossen. Der Erfolg des „Bayerischen Hofes“ liegt sicher auch daran, dass das Interior-Design der Zimmer und Suiten einer Reise durch ein Stil-Lexikon gleicht, bei der man sich sein Lieblingsziel aussuchen kann. Denn die Gäste können unter den 337 Zimmern und Suiten ihren präferierten Einrichtungsstil wählen. Zur Auswahl stehen klassisch-elegante Hotelinterieurs, der luxuriöse Graf-Pilati-Stil, nostalgische Laura-Ashley-Zimmer, das Kolonial-Design, Cosmopolitan-Einrichtungen oder Royal Bavarian-Räume.

Ruhe als echter Luxus

Spektakulär sind die 29 Deluxe-Zimmer und Suiten im neuen „Seventh Floor“ im Axel-Vervoordt-Stil, für die das Familienunternehmen Schramm Werkstätten die luxuriösen Betten anfertigte. Sie sind Ruheinseln in den puristischen Räumen, die in Natur- und Erdtönen eingerichtet sind: mit Möbeln aus historischen Materialien, edlen Leinenstoffen – und von Lampen des japanischen Keramikkünstlers Kosi Hidama beleuchtet. Axel Vervoordt richtete sich bei der Gestaltung der Zimmer als visuelle Ruhepole nach der Wabi-Philosophie – in der Schönheit sich in Spuren der Unvollkommenheit zeigt, sich in Authentizität der Materialien offenbart. Zeit und Ruhe werden demnach zu Kunst – ein Gedanke, der auch beim Entwerfen der Schramm-Betten im Mittelpunkt steht. „Ich glaube, in der heutigen, schnelllebigen Zeit spielt es eine sehr wichtige Rolle, gut zu schlafen“, sagt die Hotelchefin. „Die Ruhezeiten werden immer kürzer und durch die hohe Belastung mit körperlichen Problemen wird es immer wichtiger, ruhige Nächte zu haben. Selbstverständlich legen wir bei der Auswahl unserer Betten großen Wert auf hohen Schlafkomfort.“

Rockstars auf der Dachterrasse

Dass Schlafkomfort für jeden Menschen sehr individuell aussieht - auch im Hotel! - bewies vor einigen Jahren eine sehr bekannte englische Rockband, die im „Bayerischen Hof“ zu Gast war. „Ein Bandmitglied war so fasziniert vom Ausblick von seiner Suite, dass er kurzerhand entschloss, sich sein Schlaflager auf seiner Dachterrasse aufzubauen. Somit schlief er samt Matratze, Decken und Kissen auf der Terrasse unter strahlendem Sternenhimmel über den Dächern Münchens und fand das ganz toll!“ Und schrieb ein neues Kapitel in der langen Geschichte des legendären Hotels.

www.bayerischerhof.de