"Ein Geschenk ist genauso viel Wert, wie die Liebe, mit der es ausgesucht worden ist." - Thyde Monniers

Von Anna Cor


Stell Dir vor, es wäre Weihnachten und keiner schenkt etwas! Manch einer hat sich einen Verzicht auf Geschenke in der Hektik der Vorweihnachtszeit schon einmal vorgenommen. Den allerwenigsten gelingt es sodann, diesen Vorsatz zum Fest auch einzuhalten. Denn auch wenn wir alle wissen, dass Weihnachten ein Fest der Liebe und Freude ist und nicht des Konsums, so steckt hinter dem Brauchtum des Schenkens einfach noch viel mehr, als der simple Austausch von Gütern.

Man macht sich Gedanken über den Beschenkten, über sein Wesen, darüber, was ihn interessiert und ihm Freude macht.

Mit einem gedankenvollen Geschenk zeigt man, dass man jemanden gut kennt, ihn mag. „Ein Geschenk ist genauso viel Wert, wie die Liebe, mit der es ausgesucht worden ist.“ So formulierte es die Schriftstellerin Thyde Monniers.


 



Doch ist es manchmal gar nicht so leicht ein passendes Geschenk zu finden. „Man irrt, wenn man glaubt, daß Schenken eine leichte Sache sei. Es hat recht viel Schwierigkeiten, wenn man mit Überlegung geben und nicht nach Zufall und Laune verschleudern will.“, sagte schon der römische Politiker, Dichter und Philosoph Seneca. Was auch immer der Beschenkte mag, es ist wohl unumgänglich, dass das Geschenk  von guter, nachhaltiger Qualität ist und die Sinne des Beschenkten anspricht. So sollte der Bademantel, den man verschenkt, warm und weich sein und seinen neuen Besitzer wohlig umgeben.

Das neue Kissen aus wunderschönem Stoff sollte auch mit einem hochwertigen Inlay gefüllt sein, so dass es lange für Bequemlichkeit beim Zeitung lesen im Sessel sorgt. Schenken verbindet Menschen und je länger ein Geschenk Freude macht und vielleicht sogar zu einem echten Lieblingsstück wird, desto schöner ist dies als Zeichen der Verbindung zwischen Schenkendem und Beschenktem.

Wer kennt das nicht, dass man ein schönes Stück in die Hand nimmt und an denjenigen denkt, der es gab, und auch an den Anlass und die schönen Stunden, die man zusammen verbrachte.



Zum Schenken gehört auch, dass man liebevoll verpackt.
Besonders schön sieht es immer aus, wenn man zwar unterschiedliche Papiere nimmt, diese aber farblich aufeinander abstimmt. Schleifenband, Anhänger und einwenig Grün, z.B. Eukalyptus, Kiefer oder Tanne sind einfache Mittel, um die Verpackung effektvoll zu gestalten.

Dies kann besonders zur Weihnachtszeit an gemütlichen Nachmittagen mit Tee, Gebäck und Weihnachtsmusik zelebriert werden. Draußen ist es dunkel und kalt, drinnen zündet man die Kerzen an und macht es sich gemütlich.

Man faltet, bindet Schleifen und verziert. Und schließlich schreibt man kleine Nachrichten oder auch Karten mit ausführlicheren Zeilen und gibt diese zu dem Paket. Man schenkt damit wieder - persönliche Gedanken und gute Wünsche.

Das Schenken beschenkt uns jedoch auch selbst.
Das Wort Advent lässt sich aus dem lateinischen Wort „adventus" ableiten und bedeutet soviel wie Ankunft oder Erwartung. Wir meinen damit die Jahreszeit, in der wir uns auf das Fest der Geburt Jesu Christi, auf Weihnachten, vorbereiten. Dazu gehört es innezuhalten.

Der Advent lädt uns ein zum ruhig werden und leise sein.
Diese festlichen Stunden, in denen wir mit Kerzen Licht ins Dunkle bringen und uns die Zeit nehmen für gedankenvolle Geschenke und Worte an unsere Lieben, stimmen uns auf das Weihnachtsfest ein und lassen uns auch selbst in der besinnlichen Zeit ankommen.