Wie Handarbeit mein Herz eroberte

Johanna Sophie Misfeldt, Bloggerin aus Kiel, erzählt, wie sie Betten aus den

Schrammwerkstätten kennen und lieben gelernt hat.

Es war Anfang März diesen Jahres, als ich vom Radisson Blu in Frankfurt eingeladen
wurde, um mir dort die neuen WohnIdee-Suiten anzusehen. Dort wurden im Hotel zwei
der normalen Hotelsuiten mit viel Liebe zum Detail umgebaut und mit Design vom
Feinsten ausgestattet – ich wünschte jedes Hotelzimmer wäre so schön.

Unter anderem dabei: Purebeds aus dem Hause Schramm. Ich muss gestehen, dass mir
der Name „Schramm“ zwar geläufig war, ich mich aber bisher nicht mit der Philosophie
hinter dem Namen befasst hatte. Das sollte sich an meinem zweiten Tag in Frankfurt
ändern. Denn da ging es mit der ganzen Blogger-Truppe ab nach Winnweiler, wo die
Manufaktur Schramm ihren Sitz hat.


Ich weiß noch, dass an dem Tag die Sonne schien und man den Frühling in der kalten
Luft schon spüren konnte. In Foyer wurden wir direkt von Angela Schramm begrüßt und
schon ging es los in die Produktionshallen. Es roch nach frisch geschnittenem Holz und
sonst nach nichts. Nicht nach Kleber, nicht nach Chemie.

Wir gingen durch alle Hallen bis an den Punkt, wo die Produktion beginnt. Der Kern
einer Federkernmatratze ist logischer Weise seine Feder. Wie die in eine Matratze
kommt? Darüber hatte ich mir bisher keine Gedanken gemacht.
Bei Schramm wird jede einzelne Stahlfeder von Hand in lange Schläuche aus Stoff
eingenäht. Die Stärken orientieren sich an den verschiedenen Rezepturen der Schramm
Matratzen – für jeden Anspruch gibt es eine Feder. Ich war begeistert und wusste: wer
mit so viel Liebe zum Detail fertigt, der fertigt etwas großartiges.

Es ging dann weiter durch die Hallen, vorbei an der Station, an der der Schaumstoff zum
Federkern kommt – geklebt wird hier nur mit Naturlatex. Weiter an den Nähern, die die
Matratze in ihren Bezug einnähnen – ein Knochenjob, der gleichzeitig
Fingerspitzengefühl verlangt. Dann weiter durch die Schreinerei und die Schneiderei, wo
Bettkästen, Kopfteile und Bezüge entstehen.
Am Ende dieser Produktionskette stehen Matratzen und Betten, die meiner Meinung
nach Formvollendet sind und in denen sich Handwerkskunst, Nachhaltigkeit und gutes
Design vereinen – aber was sollte man auch anderes Erwarten, wenn ein Hersteller wie
Schramm sich mit einem Sebastian Herkner oder Hanne Willmann zusammentut?

Nach all den Eindrücken kam dann das, worauf ich mich schon den ganzen Tag gefreut
hatte: Probeliegen. Probeliegen und nicht wieder aufstehen wollen. Einsinken, aber auch
irgendwie trotzdem gestützt liegen. Hach...

So habe ich die Schrammwerkstätten kennen und auch lieben gelernt. Ich finde es
großartig, dass es noch Familienunternehmen gibt, die in Deutschland produzieren.
Seitdem ich über Einrichtung blogge, habe ich mich zunehmend mit der Herkunft der
Dinge beschäftigt, die ich mir in meine Wohnung hole. Dabei wird es mir immer
wichtiger mich nur noch mit Dingen zu umgeben, die aus guten und nachhaltigen
Produktionsverhältnissen kommen.
Seitdem ich das Bett „Someday“ von Hanne Willmann im Showroom gesehen hatte
geisterte mir im Kopf ein „Someday, someday da möchte ich so ein Bett haben.“ Im Kopf
herum und nun schlafe ich seit etwa einem Monat in genau diesem Bett und könnte
nicht glücklicher sein.